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Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren begeistert bei der Matinee des MGV Germania Roth und der Schlossberg-Musikanten

Eine große Zuhörerkulisse genoss die Matinee des Männergesangvereins Germania Roth und der Schlossberg-Musikanten im idyllischen Innenhof des Schlosses Ratibor. Mit einem bunt gemischten Programm lag der Schwerpunkt auf lustigen fränkischen Liedern. aber nicht nur damit trafen die Akteure ins Schwarze und begeisterten die Zuhörerinnen und Zuhörer. Das Repertoire reichte von deftigen Liedern aus Franken und dem Bayerischen Wald über Liebesliedern aus Kärnten und Oberbayern bis hin zu einfühlsam gespielten und gesungenen Titeln aus Tirol und dem Trentin. Reinhold Marino führte humorvoll und witzig durch das Programm.

Auch das Wetter spielte hervorragend mit, so dass die „Germanisten“ und die „Schlossbergerer“ gut gelaunt aus dem Vollen schöpfen konnten. Günter Fink als Chef des Männerchors und der Musikanten schlüpfte souverän in die Doppelrolle als Dirigent und als Musiker. Von ihm stammten auch sämtliche Chorsätze und Arrangements.

Die Schlossberg-Musikanten erwiesen sich als ideale Ergänzung des A-Cappella-Gesangs. Ihre Interpretationen der Stücke „Happurger Schottisch“, „Happurger Klänge“, „Aus´n Bengerdsgrund“ und „Ei Madla, du wunderschöins Ding“ kamen beim Publikum hervorragend an. Dafür sorgten Renate Raumberger vom Schlossberg (Kontrabass), Kristian Dittmar aus Fürth (Klarinette), Dr. Josef Rupp aus Allersberg (Klarinette) und Udo Reichert aus Büchenbach/Tennenlohe (Schlagzeug).

Den Auftakt bildete das Lied "Pferde zu vieren traben", ein Volkslied aus dem Trentin. "Ursprünglich hatten wir vor, es auf italienisch zu singen, aber am frühen Morgen wollen wir Sie nicht überanstrengen", witzelte Reinhold Marino, "das Motto `Bunt gemischt` ist deshalb so besonders, weil uns nichts anderes eingefallen ist."

Dann wurde es deftig fränkisch. Ludwig Uhland scheint kein Kostverächter gewesen zu sein, als er das "Metzelsuppenlied" schrieb, in dem es heißt: "Wir haben heut´ nach altem Brauch ein Schweinchen frisch geschlachtet. Der ist ein unverständ´cher Gauch, der solch ein Fleisch verachtet."

Früher bedurfte es der Zusrtimmung der Eltern, wenn man heiraten wollte. Zu welch fatalen Peinlichkeiten es da kommen konnte, bewies das Lied "A bsundere G´schicht". Dann ging die musikalische Reise nach Oberbayern, wo "Mei Bua" unsterblich in ein Mädel verliebt ist. Und auch das Lied "Die Nachtigall", eine Volksweise aus Tirol, erzählte von einem jungen Mann, der so verliebt ist, dass er den Gesang der Nachtigall nicht mehr von dem eines Rotkehlchens unterschieden kann. Der Verliebte "tuat an Schnaggler" vor dem Fenster seiner Angebetenen, was Moderator Reinhold Marino veranlasste, dem Publikum den Unterschied zwischen "schnaggeln" und "schnackseln" in der Defintion von Gloria von Thurn und Taxis zu erklären.

Nach so viel Allgemeinbildung wurde es spannend zu erfahren, was "Hinterm Hühnerstall" so passiert: Einerseits sorgt der Fuchs dafür, dass der Hühnerstall um ein Hühnchen dezimiert wird, andererseits bekommt dass aber auch das Katrinchen heimlichen Besuch von einem verliebten "Gockel".

Ein Hundsvieh kann eine wunderbare Beziehung kaputt machen. Das erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer bei dem fränkischen Scherzlied "Die Lena". Nachdem es der Hund permanent darauf anlegt, die Hose des Verliebten zu zerreißen, hat der junge Mann irgendwann keine Lust mehr und die Lena wartet vergebens auf ihren Lover.

Ganz anders das fränkische Loblied auf die "schöine Marcharet". Allerdings weiß Marcharets Verehrer nicht - und das spricht gegen ihn -, warum ein Ochs keine Milch gibt. Ein echter Klassiker im Repertoire der fränkischen Kerwalieder, mitreißend interpretiert vom MGV Germania Roth im wunderbaren Zusammenspiel mit den Schlossberg-Musikanten.

Musikalisch-"kulinarischer" Höhepunkt war der fränkische Schottisch "Sauerkraut und Buttermilch", in dem es unter anderem heißt: "Gänseschenkl, -brüst und -ärsch gibt´s masdns zu Weihnachdn", was Moderator Reinhold Marino veranlasste, dem Publikum am Ende der Matinee gleich im Vorgriff  "Schöne Weihnachten!" zu wünschen.

Mit der deftigen Ballade vom "Hoberfeldtreiber" hatte der MGV Germania Roth als Rausschmeißer noch eine Zugabe im Gepäck, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Wieder einmal schaffte es die Germania mit ihrer Matinee, die Zuhörerinnen und Zuhörer durch eine originelle Liedauswahl und eine äußerst ansprechende Vortragsweise zu begeistern.